Historie der Sängervereinigung
Die Sängervereinigung Reichenschwand trägt im Namen die Jahreszahlen 1862/1905.
Damit erinnert sie an den 1862 gegründeten „Sängerbund Reichenschwand“ und den 1905 gegründeten ,,Arbeitergesangverein unter uns Reichenschwand“.
Nach dem 2. Weltkrieg, dem vorübergehenden Verbot durch die amerikanische Militärregierung und unter anderen Schwierigkeiten gelang es den Reichenschwander Vereinen mit viel Freude und starkem Willen ihre Chöre wieder aufzubauen.
Beide Chöre waren auch gegenseitig willkommene Gäste bei feierlichen Anlässen beider Vereine oder der Bevölkerung. Diese wiederum unterstützten und lobten sehr deren Mitgestaltung des öffentlichen und kirchlichen Lebens in der Gemeinde. Als Höhepunkt ihres Gelingens kann an die Hundertjahrfeier des Sängerbundes im Jahr 1962 mit Verleihung der Zelterplakette und an das Fest des Arbeitergesangverein 1965 zum 60-jährigen Bestehen erinnert werden.
Zum Ende der sechziger Jahre zeichneten sich in beiden Chören verstärkt Nachwuchsschwierigkeiten ab. Dies führte zum Zusammenschluss, der unter dem Namen ,,Sängervereinigung Reichenschwand 1862/1905″ am 11.März 1972 vollzogen wurde und in der Öffentlichkeit breite Unterstützung fand.
Nach der Zusammenlegung übernahm Günter Klin als Chorleiter den Chor, den er bis zu seinem Tod im Jahr
1991 erfolgreich leitete und weiter aufbaute. In verantwortlichen Positionen folgten
als Chorleiter:
Friedrich Günther, 1991 bis 2001
Johannes Preiß, 2002 bis 2005
Georg Duschner, 2006
Karola Klinger-Summerer seit 2007
als Vorstände:
Konrad Stiegler, 1972 bis 1973
Hans Eckert, 1974 bis 1993
Herbert Bickel, 1994 bis 1999
Erich Wittmann 2000 bis
Peter Weller aktuell
Als Ergänzung zum ,,großen Chor“ gründete Günter Klin 1984 das Doppelquartett, das nach dessen Tod von
Friedrich Günther erfolgreich weitergeführt wurde.
Neben vielfältigen und erfolgreichen Auftritten waren 1990 die erste Aufführung der,,Waldlermesse“ in Reichenschwand und das Jubiläumskonzert zum 2O-jährigen Bestehen im November 2004 Höhepunkte dieser Gruppierung.
Personelle und organisatorische Probleme führten 2007 zur Autlösung dieser Gruppe.
Geschichte des Arbeitergesangverein „Unter uns“ gegr. 19o5
Die Gründung des Vereins in Reichenschwand im Jahr 1905 war eine Reaktion auf die
Auswirkungen der industriellen Revolution.
In dem bis dahin bäuerlich geprägten Dorf entstand durch Nutzung der Wasserkraft der
Pegnitz ein Bronze-Stampf- und Hammerwerk der Gebrüder Schätzler. Ferner entwickelte
sich auch die Ziegelei zu einem größeren Unternehmen.
Der Bau der Eisenbahn 1877 mit hiesigem Bahnhof hatte zur Folge, dass Arbeitskräfte aus
dem Nürnberg-Fürther Umland und aus der nahen Oberpfalz hier Beschäftigung fanden.
Zur Freizeitgestaltung beim geselligen Singen fanden sie zunächst Anschluss beim
Gesangverein Altensittenbach, der dann 1905 bei der Gründung des Reichenschwander
Vereins die Patenschaft übernahm.
Gesungen wurde zunächst mit 30 Aktiven im Lokal Kaspar Scharrer („Drei Linden“). Der
Neubeginn 1919 nach dem 1. Weltkrieg gelang unter Heinrich Frauenknecht als Chorleiter,
der auch bei Sturm und Schlechtwetter zu Fuß aus Engelthal in die Singstunden kam!
Bis zum Verbot des Vereins durch die Nationalsozialisten 1932 war eine erfolgreiche
Aufbauarbeit mit 105 Mitgliedern und 26 Sängern erreicht worden. Die 1926 festlich
geweihte Vereinsfahne wurde beschlagnahmt, aber 1946 unbeschädigt zurückgegeben
und später restauriert.
Nach dem 2. Weltkrieg begann 1946 ein neuer Anfang des Chor- und Vereinslebens,
weiterhin mit Chorleiter Frauenknecht bis zu seinem Tod 1949, anschließend bis 1959 mit
Oskar Wiegel und danach mit Günter Klin bis zum Zusammenschluss der Chöre 1972 zur
,,Sängerverenigung Reichenschwand 1862/1905″
Geschichte des Sängerbund Reichenschwand gegr. 1862
Nach der französischen Februar-Revolution von 1848 sprangen auch die Funken der
Hoffnung auf einen gemeinsamen deutschen Staat in politischer Freiheit und nationaler
Einheit durch eine Nationalversammlung über.
Dazu gaben der 1862 gegründete ,,Deutsche Sängerbund“ und der „Fränkische
Sängerbund“ einen mächtigen Auftrieb, um in allen Landesteilen zur Gründung von
Gesangvereinen beizutragen. So entstand auch in unserem damals noch kleinen Dorf der
,,Sängerbund Reichenschwand 1862″, wie auch in einigen Nachbargemeinden Chöre
gegründet wurden.
Mit Volksliedern bekräftigte man das Streben nach einem geeinten Vaterland, wie es 1870
als „Deutsches Reich“ entstanden ist.
Nach dem 2. Weltkrieg war erst in den 1950-er Jahren nach der Lockerung von Vorschriften
der amerikanischen Militärregierung auch eine Neubelebung in den Vereinen möglich. Wie
bei der Gründung des Sängerbundes 1862 war erneut die ,,Kraftquelle“ des Aufbaus im
Haus der Zimmerei Walther aktiv geworden.
Bei dem großartig von der ganzen Bevölkerung mitgefeierten100-Jahre-Jubiläum 1962
war nicht zu ahnen, dass nach neun Jahren der Zusammenschluss mit dem
,,Arbeitergesangverein unter uns“ die einzige Möglichkeit war, das Chorsingen als kulturelle
Aufgabe in der Gemeinde nunmehr zu erfüllen als
,,Sängervereinigung Reichenschwand 1862/1905″.
